Wie kann ich praktisch Medienkompetenz fördern?

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Darum geht’s

„Was kann ich mit welchen Medien machen? Wann nutze ich was und wie kreativ?“


Medienkompetenz ist nicht angeboren- nur im Tun entwickeln Kinder und Eltern Kompetenzen und entwickeln sich weiter. Zur Medienkompetenz gehört auch, Medien zu verstehen und einordnen zu können. Ein Grund, warum Eltern oft zu digitalen Apps greifen, ist, um die Lern- Chancen ihrer Kinder zu verbessern. Mediennutzung kann aber auch einfach Spaß machen und kreativ sein.
Am besten wachsen Kinder und Eltern gemeinsam in dieses Thema rein: denn gemeinsam Spaß haben und kreativ Medien ausprobieren, sind auch wichtige Grundpfeiler für eine gelungene Medienerziehung.

Gut zu wissen

Wähle wenige und gute Apps! Die Auswahl an Kinder-Apps wird immer größer. Zahlreiche Anbieter nehmen Inhalte für Kleine mit ins Programm. Es ist deshalb wichtig, dass Eltern sich vorher gut über Apps informieren. Auswahlkriterien sind zum Beispiel, wie überschaubar die Apps sind oder wie sie akustisch dargeboten werden. Apps sollten außerdem werbefrei sein. Bestenfalls unterstützen sie das Kind in der Entwicklung, regen es an und sind sicher. Dabei sind kostenpflichtige Apps in der Regel besser als Gratisangebote, da Datenmissbrauch und Werbung weniger wahrscheinlich sind.

Kinder begleiten!
Die Nutzung von Apps sollte zeitlich begrenzt sein und nicht zu früh beginnen. Besonders am Anfang sollten Eltern beim Spielen dabei sein und ihr Kind beobachten: Wie reagiert es auf das interaktive Geschehen? Wirkt mein Kind überfordert? Verhält es nach dem Spielen ungewohnt?

Nutzungszeiten begrenzen!
Eine Bildschirmzeit von einer halben Stunde maximal bis zum Alter von fünf Jahren und bis zu einer Stunde bis zum Alter von neun Jahren am Stück ist ausreichend. Kinder ab zehn Jahren können sich ein Wochenkontingent von etwa neun Stunden schon selbst einteilen.
Hier erfährst Du mehr über sinnvolle Medienregeln!

Altersgerechte Angebote wählen!
Die Altersangaben der App-Stores sind keine Empfehlungen und geben keinen Aufschluss darüber, ob Anwendungen geeignet sind! Nicht alle Apps, die kindgerecht aussehen, sind auch für Kinder geeignet. Hier kann man auf die Einschätzungen von klick-tipps.net (https://www.klick-tipps.net/startseite/), der Kinder-App-Datenbank des Deutschen Jugendinstituts (https://www.dji.de/ueber-uns/projekte/projekte/apps-fuer-kinder-angebote-und-trendanalysen/datenbank-apps-fuer-kinder.html) sowie bei der Stiftung Lesen ( https://www.stiftunglesen.de/leseempfehlungen/digitales/digitale_empfehlungen/) vertrauen.

Vorlesen über digitale Medien!
Entscheidend beim Vorlesen sind vor allem Nähe und der Austausch. Beides kann man auch herstellen, wenn man zum Vorlesen ein Tablet anstelle eines Buches nutzt. Digitale Lesewelten arbeiten oft mit interaktiven Elementen, die das Interesse von Kindern wecken und ihre Fantasie anregen können.

Auch Bilderbuch-Apps wie zum Beispiel „Fiete“ oder „Milli und ihre Freunde“ erweitern das Leseergebnis auf besondere Art. Neben Apps gibt es auch spezielle Kinderwebsites, die sich auf Vorlesegeschichten spezialisiert haben ( https://www.einfachvorlesen.de/). Außerdem gibt es Bücher, die ihre Geschichten digital um audio-visuelle Animationen erweitern- so läuft mithilfe der APP der abgebildete Dinosaurier durch das Kinderzimmer oder die Kinderbuch-Heldin spricht das Kind direkt an: Mehr Infos hier.(https://www.goethe.de/de/kul/lit/20816637.html).

Rituale um digitale Medien erweitern!
Der sogenannte „Sprechende Stift“ kann eine schöne Ergänzung zum Vorlesen sein. Dadurch, dass Kinder hier auch selbst kinderleicht Aufnahmen machen können, kann man mit dem Stift auch gleichzeitig Sprachkompetenzen fördern.

Werde kreativ!
Medienkompetenz entstehen im Umgang und aktiven Tun. Probiere es aus und nutze den Fotoapparat oder ein Audioaufnahmegerät beim Sparziergang, Ausflug oder anderen alltäglichen Situationen wie z.B. beim Kochen oder Backen.
Kinder lieben es, sich selbst und andere zu beobachten. Video- oder Audio-Sequenzen können ein guter Anlass sein, Erlebtes gemeinsam zu verarbeiten und nochmal darüber ins Gespräch zu kommen. Je älter die Kinder sind, umso mehr kann man auch Bearbeitungs-App oder –Software mit einbeziehen.
Wenn Du Medienkompetenz ganz ohne Technik fördern möchtest, male mit Deinem Kind: den Lieblings-Medienhelden, eine Szene aus einem Kinderfilm oder ähnliches…

Zum Mitmachen und Mitdenken

AUDIO-Ideen:

  • Ein Hör-Memory herstellen: kleine Dosen oder Schachteln mit Dingen oder Materialien (kleine Steine, Streichhölzer, Sand, Wasser, Büroklammern o.ä.) befüllen. Immer zwei gleich. Die Kinder müssen die Pärchen durch das genaue Hinhören zuordnen.Geräusche-Spaziergang zur Krippe / Kita: welche Geräusche nehmen wir wahr?
  • Mit Geräuschen Geschichten erzählen: Geräusche-Geschichten kommen ganz ohne Text aus. Die Geräusche erzählen, was passiert. Alltägliche Geräusche, wie Zähneputzen, Klospülung, Wasserkocher o.ä. aufnehmen und dem Kind vorspielen. Welche Situation ist wieder zu erkennen- nur durch Töne…
  • Nehmt Lieder und Gedichte auf. Am Ende des Jahres kann daraus eine CD entstehen.
  • Noch mehr Ideen rund um Geräusche- und Wahrnehmungsspiele: Akustikbroschüre vom Haus der kleinen Forscher

Anregende Internetseiten:
www.auditorix.de
www.ohrenspitzer.de
www.schule-des-hoerens.de


Foto- und Video-Ideen:

  • Male mit dem Kind den/die aktuelle/n Lieblingsmedienheld/in und macht daraus ein eigenes Bilderbuch.
  • Foto-Safari beim nächsten Familienausflug.
  • Kinder fotografieren ihre Lieblingsorte auf dem Spielplatz, in der Krippe oder Kita oder zuhause.
  • Ein Video-Clip über die Zubereitung des Lieblingsessens.
  • Gestalte mit den Kindern ein kleines Daumenkino. (www.blickwechsel.org/medienpaedagogik/praxis-methoden/109-optisches-spielzeug)
  • Foto-Spiel: „Fotografiere drei Dinge, die man essen kann.“ Das Kind bekommt eine Foto-Aufgabe, die beliebig erweiterbar ist: Dinge, die aus Wasser sind. Dinge, die Geräusche machen. Dinge, die gelb sind.
  • Macht einen kleinen Stop-Motion Trickfilm. Nutzt dazu die Stop-Motion-Studio App.

Links

  • www.klick-tipps-net – eine Seite für Kinder, Eltern und Multiplikatoren
  • www.ene-mene-mobile.de – die schönsten Apps für Kinder
  • www.kindersoftwarepreis.de/ – Seit 2002 prämieren jährlich Kinder beim Kindersoftwarepreis TOMMI digitale Spiele für Kinder. Das deutschlandweite Medienprojekt steht unter der Schirmherrschaft der Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey. Herausgeber des TOMMI ist das Büro für Kindermedien FEIBEL.DE in Berlin. Partner des Preises sind die Auerbach Stiftung, der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv), Deutschlandfunk Kultur, Familie & Co, die Frankfurter Buchmesse, Google, jugendschutz.net, mobilsicher.de, Partner & Söhne und das ZDF-Kinder- und Jugendprogramm.
  • www.mekonet-nrw.de – Fachkräfteportal für Kinder- und Jugendhilffe
  • www.schau-hin.de – Die Initiative „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ hilft Familien bei der Medienerziehung.
  • www.ohrenspitzer.de – Ohren auf! Richtig zuhören kann man lernen! Ideen und Methoden…
  • www.auditorix.de – Gehörtraining, Akustikspiele und vieles mehr
  • www.rananmausundtablet.de – Medienarbeit mit Kindern in Kita und Grundschule