Was bietet die Betreuungsform / Einrichtung für die Eltern?


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Darum geht’s

Viele Eltern haben nur sehr ungenaue Vorstellungen davon, was sie in der Zusammenarbeit mit der Betreuungseinrichtung erwartet, ob und inwieweit sie sich dort einbringen können.
Umgekehrt hört man aus vielen Einrichtungen die Klage, dass Eltern ihre Kinder dort lediglich morgens abgeben, sich ansonsten aber wenig für die Arbeit der ErzieherInnen interessieren.
In diesem Beitrag wollen wir aufzeigen, was Eltern von der Betreuungseinrichtung erwarten können.


Gut zu wissen

Die verschiedenen Betreuungsformen und Einrichtungen für Kinder können Eltern ein MIT-… bieten:

MIT-Betreuung des Kindes

  • Das bedeutet, dass die Fachkräfte in den Einrichtungen Ihr Kind AUCH betreuen und dass sie Dir helfen, Dein Kind zu betreuen.
  • Es bedeutet NICHT, dass die Einrichtungen immer offen haben müssen, wenn Du selbst nicht betreuen kannst.

MIT-Erziehung des Kindes

  • Das bedeutet, dass die Fachkräfte in den Einrichtungen Ihr Kind AUCH mit erziehen.
  •  Es bedeutet, dass Du Dich mit den ErzieherInnen austauschen kannst, was Dir wichtig bei der Erziehung Deines Kindes ist.
  • Es bedeutet NICHT, dass Du Dein Kind zu Hause nicht mehr erziehen musst.

MIT-Bildung des Kindes

  • Das bedeutet, dass die Fachkräfte in den Einrichtungen Ihr Kind AUCH bilden, dass sie Deinem Kind auch Lernstoff zur Verfügung stellen.
  • Es bedeutet, dass Du Dich mit den ErzieherInnen darüber austauschen kannst, was Dein Kind besonders gut kann und was Deinem Kind besonders viel Spaß macht.
  • Es bedeutet NICHT, dass Du Deinem Kind nichts mehr beibringen solltest.

MIT-Sozialisierung des Kindes

  • Das bedeutet, dass die Fachkräfte in den Einrichtungen Dein Kind AUCH zu sozialem Verhalten anregen, dass sie es in der Kindergruppe mit den anderen Kindern begleiten und Hilfestellungen geben, wenn es zu Konflikten kommt.
  • Über Konflikte und den Umgang damit kannst Du mit den ErzieherInnen sprechen.
  • Es bedeutet NICHT, dass Du Deinem Kind bei Konflikten nicht mehr helfen solltest.

MIT-Förderung des Kindes

  • Das bedeutet, dass die Fachkräfte in den Einrichtungen Dein Kind AUCH fördern.
  • Die ErzieherInnen werden herausfinden wollen, was Dein Kind gerne tut, was ihm Spaß macht und ihm weitere Angebote in dieser Richtung anbieten.
  • Über die Art der Angebote in der Einrichtung kannst Du mit den ErzieherInnen ins Gespräch kommen.
  • Es bedeutet NICHT, dass Du Dein Kind nun nicht mehr fördern solltest.

Zusätzlich bieten die Einrichtungen für Eltern auch noch:

Erziehungsberatung, sowie Informationen und Kontakte zu weiteren Hilfsangeboten für die Eltern, wie z.B. den Kontakt zu der Erziehungsberatungsstelle, der Frühförderstelle oder dem Jugendamt (Jugendämter findet man über die Internetseite der Stadt oder des Landkreises).


Erwartungen vonseiten der Einrichtung an die Familien:

 

Es gibt verschiedene Träger für Kindereinrichtungen. Sie haben unterschiedliche Erwartungen an die Familien. Einige Erwartungen decken sich jedoch bei allen Einrichtungen.

Alle Träger erwarten Folgendes von den Familien:

  • Vertrauen in die dortige Arbeit
  • Offenheit im Austausch miteinander
  • Mittragen des Konzeptes
  • Pünktlichkeit beim Bringen und Abholen
  • verbindliche Absprachen einhalten
  • zeitnahe Abmeldung bei Krankheiten und Urlaub
  • Beiträge pünktlich zahlen

Hinzu kommen bei unterschiedlichen Trägern weitere Anforderungen und Möglichkeiten für die Familien. Erfrage diese Anforderungen bitte vor Vertragsabschluss, denn das wird sehr unterschiedlich gehandhabt. Die folgende Auflistung zeigt nur mögliche Anforderungen, es gibt auch noch weitere.


Private Einrichtung (eingetragener Verein)

  • Elternmitarbeit z.B. beim Reinigen, Einkaufen, Mittagessen zubereiten oder bei der Betreuung
  • Mitgliedschaft im Verein
  • Engagement im Verein (z.B. auch als Vorstand der Betreuungseinrichtung)

Freier Träger (AWO, DRK, etc.)

  • Mitgliedschaft im Verein
  • Engagement im Verein

Staatlicher Träger (Gemeindekindertagesstätte, Stadtteilkrippe, etc.)

  • erster Wohnsitz in der Gemeinde bzw. Stadt

Tagesmutter oder Tagesvater

  •   grundsätzliche Sympathie, da es sich in der Regel ja nur um eine Betreuungsperson handelt

Kirchliche Einrichtung (evangelische Kinderkrippe, katholischer Kindergarten, freikirchlischer Hort, etc.)

  • Mitgliedschaft in der jeweiligen Kirche (ist oftmals KEINE Pflicht, frage danach!)
  • Mittragen der kirchlichen Werte
  • Bereitschaft, dass Dein Kind etwas zum Glauben der Gemeinschaft erfährt
  • kirchliche Feste werden mit den Kindern gefeiert
  • kirchliche Rituale werden praktiziert

Alle Träger können ein besonderes pädagogisches Konzept in ihrer Einrichtung leben. Die gebräuchlichsten pädagogische Konzepte sind:

  • Montessori
  • Waldorf
  • Waldkindergärten
  • Situationsansatz
  • Freinet

– etc.

Welche Betreuungseinrichtung eignet sich für mein Kind?


Wenn Deine Wunscheinrichtung solch ein pädagogisches Konzept vertritt, ist es gut, wenn Du für Dich im Vorfeld genau prüfst, ob Du hinter dem Konzept stehen kannst und willst. Lass Dir das schriftliche Konzept geben, lies es durch und stelle Fragen an die ErzieherInnen oder an die Leitung der Einrichtung.


Zum Mitdenken und Mitmachen

Bei Unstimmigkeiten mit der Einrichtung oder unklaren Erwartungen: Such das Gespräch mit der Leitung! Gerne wird man dort versuchen, die Zusammenarbeit für beide Seiten angenehm zu gestalten, das hilft Dir und Deinem Kind!


Und sonst noch

Anderer Baustein

Was erwarten Eltern von der Betreuungseinrichtung? Wie realistisch sind diese Erwartungen?

Links

Checkliste für Eltern: Kinder unter DREI in Kitas
Kindergartenpädagogik
Familienhandbuch – Kindertagesbetreuung
Frühe Tagesbetreuung
Familien-Wegweiser