Signale der Überforderung beim Kind


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Darum geht’s

Um den Wissensdurst unserer Kinder zu stillen, gibt es viele Ideen, Anregungen und auch Kursangebote. Die Förderung unserer Kinder gehört heute ebenso zu einer unbeschwerten Kindheit wie spielen, toben, träumen und auch Zeiten der Langeweile.

Neben einer zu den Interessen und dem Temperament des Kindes passenden Förderung brauchen Kinder auch Freiräume und gelassene Eltern, die Zeit zum Trödeln und Träumen zulassen.

In diesem Modul möchten wir die Bedeutung von Ermutigung und Lob für eine gesunde Förderung unserer Kinder aufzeigen, um Stress und Überforderung vorzubeugen und die natürliche Freude am Lernen zu erhalten.


Gut zu wissen

„Ich wollte doch nur das Beste für mein Kind“, sagt eine Mutter leise, deren Tochter dem Kinderarzt vorgestellt wird. Seit einiger Zeit leidet die 9-jährige unter Kopf- und Bauchschmerzen, sie schläft nicht mehr durch und zeigt sich häufig scheinbar grundlos aggressiv. Das sind eindeutige Stresssymptome und es ist leider kein Einzelfall.

Eine Überforderung bleibt nicht selten lange im Verborgenen, da Kinder nicht direkt äußern, wenn ihnen etwas zu viel wird, um ihre Eltern nicht zu enttäuschen.

Nicht nur eine Überforderung in der Schule, sondern auch Streit mit Klassenkameraden, Konflikte in der Familie und zu viele Freizeitangebote können Stress für unsere Kinder bedeuten. Auch das Fernsehen und andere Medienangebote sorgen keineswegs nur für Entspannung, sondern können bei falscher Dosierung durch die unendliche Bilderflut zu einem Stressfaktor werden.

Wir Eltern stehen deshalb immer wieder vor der Frage: “Wie fördere ich meine Kinder ohne sie zu überfordern?”

Kinder sind von Natur aus neugierig und wissbegierig. Man muss einem Kind das Lernen nicht beibringen, es liegt in der menschlichen Natur. So wie ein Fisch schwimmen, ein Pferd rennen und ein Eichhörnchen klettern kann.

Um diese natürliche Freude am Lernen zu erhalten, ist es wichtig, eine entspannte und stressfreie Umgebung zu schaffen. Zu großer Druck auf das Kind erzeugt Stress und Angst und erschwert oftmals das Lernen. Wenn wir den Blick dagegen auf all die kleinen Fortschritte und Erfolge lenken, die das Kind schon erreicht hat, können wir es ermutigend begleiten und somit seine Freude am Lernen stärken.

In der folgenden Übersicht wird klar, wie wichtig eine positive, wertschätzende Einstellung zum Kind ist:

Lob  motiviert zur Weiterarbeit Kritik erzeugt schlechte Stimmung
Lob erzeugt Stolz Kritik kann Versagensängste erzeugen
Lob richtet die Aufmerksamkeit auf das, was das Kind schon kann Kritik richtet die Aufmerksamkeit auf die Fehler, nicht auf die richtigen Lösungen
Lob stärkt die Selbstständigkeit Kritik kann der Anfang eines entmutigenden Machtkampfes sein

 

„Ein Kind braucht Ermutigung wie eine Pflanze das Wasser“, formulierte Rudolf Dreikurs.

Als Pflanze lässt sich auch die Intelligenzentwicklung von Kindern darstellen, die zeigt, dass es ganz viele Bereiche gibt, in denen Ihr Kind Stärken und Begabungen haben kann. Manche dieser Bereiche nehmen wir im Alltag gar nicht wahr, da unser Blick einseitig auf schulisch verwertbares Wissen gerichtet ist.

Die folgende Abbildung zeigt Ihnen die verschiedenen Arten von Intelligenz und auch, wie sie diese fördern und unterstützen können (der Text wird angezeigt, wenn Sie die Maus auf die entsprechenden Begriffe in der Blume halten ohne zu klicken):

Sprachliche Intelligenz Musikalische Intelligenz Mathematische Intelligenz Räumliche Intelligenz Bewegungsintelligenz Naturalistische Intelligenz Spirituelle Intelligenz Emotionale Intelligenz

Begriffe-Blume

Grafik: Gertraud Funke aus:
Bäcker-Braun, „Kluge Babys – schlaue Kinder”
© Don Bosco Medien GmbH, München

 


Zum Mitdenken und Mitmachen

Geliebt zu werden um seiner selbst Willen und nicht für erbrachte Leistungen, lässt Kinder (er)wachsen.

  • Spielen, singen und lesen Sie mit ihren Kindern.
  • Lassen Sie Ihre Kinder teilhaben an ihrem Leben, übertragen Sie kleine Aufgaben und freuen sich zusammen an Fortschritten und Erfolgen.
  • Schenken Sie Ihren Kindern Zeit, in der Sie Ihre volle Aufmerksamkeit auf das Kind richten. Nicht Quantität, sondern die Qualität der gemeinsam verbrachten Zeit ist wichtig.

Wichtig ist, dass unsere Kinder glückliche Menschen werden, die selbständig ihr Leben gestalten können!


Und sonst noch

Andere Bausteine

Was ist das Beste für mein Kind?
Fördern im Alltag- Lebensraum als „Lern-Raum“
Entwicklungbereiche des Kindes
Oasen im Alltag

Quellen

Bäcker-Braun, Katharina: Kluge Babys – Schlaue Kinder. Grundlagen, Spiele und Ideen zur Intelligenzentwicklung. Don Bosco Verlag.
Horst, Christof: Kess erziehen: Der Elternkurs. Kreuz Verlag.

Weiterführende Literatur

Holt, John: Wie kleine Kinder schlau werden – Selbständiges Lernen im Alltag. Verlag Bechtermünz.
Stoppard, Miriam: So fördere ich mein Kind – Wie Sie die Anlagen und Talente Ihres Kindes entdecken und entwickeln können. Urania Verlag.
Van den Speulhof Barbara; Lehmann, Frederic: Heilende Geschichten. Kinder wachsen mit Worten. Beust Verlag.
Zimmermann, Irene: Mathe, Stress und Liebeskummer. Verlag Planet Girl.

Links

Wenn Kinder im Stress sind
Studie zur Gesundheit von Kindern
Leidet Ihr Kind unter Stress?

 

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