Gelingender Übergang – Was brauchen Eltern und Geschwister?


Darum geht’s

Das Leben bringt ständige Veränderungen mit sich, Kinder werden größer und kommen in eine Betreuungseinrichtung und später dann zur Schule. Ein großer und wichtiger Schritt – für das Kind, aber auch für die ganze Familie. Neue Abläufe werden erforderlich, Ängste und Unsicherheiten können auftreten. Dieser Schritt der Veränderung wird häufig auch als Übergang bezeichnet.

In diesem Beitrag wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, was ein „Übergang“ im Leben ist und wie man ihn positiv begleiten kann.

Neben grundsätzlichen Überlegungen zum Thema „Übergang“ erhalten Sie ganz praktische Tipps, wie Sie sich selbst, Ihrer Familie und Ihrem Kind diese Phase so angenehm wie möglich gestalten können.


Aus Sicht der Eltern:

Welche Gedanken und Gefühle können  vor dem bevorstehenden Eintritt des Kindes in die Krippe/Kita oder beim Besuch der Tagesmutter entstehen?

  • Hilfe, ich muss loslassen, mein Kind abgeben in fremde Hände.
  • Da gibt es so viel Unbekanntes.
  • Wir bekommen einen neuen Tagesablauf, der Rhythmus unserer Familie wird sich ändern.
  • Ob mein Kind dort akzeptiert wird?
  • Geht es meinem Kind wirklich gut dort?
  • Eine andere Bezugsperson verbringt nun mehr Zeit mit meinem Kind als ich. Entfremde ich mich von meinem Kind?
  • Gibt es andere Erziehungsmethoden, neue Regeln und Gewohnheiten?
  • Ich hab nun mehr Zeit für mich, kann mich auf meinen Wiedereinstieg in den Beruf vorbereiten.

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110stefan/ pixelio.de

Kinderheim Hermann-Josef-Haus Bild 9 Bild10  Brücke - Bild5
Fotonachweise: KNA, KANN, M.Etrich, H.Margraf


Was kann mir helfen als Vorbereitung für den Übergang in die Krippe/Kita oder zur Tagesmutter?

  • Überlegen: Welche Betreuungsform passt zu uns?: Welche Betreuungs-Einrichtung passt zu meinem Kind?, Checkliste für Eltern: Kinder unter DREI in Kitas
  • Ich kläre im Vorfeld meine Fragen und Ungewissheiten mit der Erzieherin/Leiterin/Tagesmutter.
  • Ich bespreche gemeinsam mit den Erzieherinnen/Tagesmutter das Eingewöhnungskonzept: Wie laufen die ersten Tage der Eingewöhnung ab?
  • Ich bereite in Ruhe meinen Einstieg ins Berufsleben vor (Vier Wochen Eingewöhnungszeit einplanen) bzw. ich kläre mit meinem Arbeitgeber, wie die Eingewöhnungszeit gestaltet werden kann (Urlaub, kurzfristiges Abholen des Kindes möglich?…).
  • Ich tausche mich mit Eltern aus, die schon ein Kita-Kind haben oder in der gleichen Situation sind.
  • Ich besorge mir einen Flyer/eine Beschreibung der Einrichtung und informiere mich über den Ablauf und das Konzept.
  • Ich besuche eine Eltern-Kind-Gruppe in der selben Einrichtung. Flyer: Übergang begleiten
  • Wir besuchen im Vorfeld mit der ganzen Familie den Tag der offenen Tür oder das Sommerfest der Kita.
  • Ich lese Literatur zum Thema und schaue mit meiner Tochter/Sohn Bilderbücher dazu an.
  • Ich suche mir eine neue Aufgabe, in der für mich zur Verfügung frei stehenden Zeit.
  • Ich nehme an einem Kurs KitaStart® teil.

Link: Transition von der Familie in die Kita / Entwicklung einer Kita-Fibel für Eltern in Marzahn-Hellersdorf als Unterstützung für einen gelingenden Übergang, Franziska Seybold, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.


Was bedeutet der Krippen-/Kitaeintritt für die Geschwister?

  • Ich möchte auch dort hingehen!
  • Ich hab nun keinen zum Spielen mehr, wenn mein Bruder dort ist.
  • Kommt er überhaupt wieder nach Hause?
  • Mein Bruder ist nun groß! Ich finde ihn toll!

Was tut Geschwisterkindern gut?

  • Ich bin schon mal mitgegangen, als Nils in die Kita gebracht wurde. Dort ist es toll!
  • Meine Mama hat mir erklärt, dass andere Kinder im Alter von Nils dort sind und Nils dort neue Sachen lernen kann.
  • Mama nimmt sich nun nachmittags extra Zeit für mich.

Gut zu wissen

Nicht immer bringt ein Übergang Probleme mit sich, im Gegenteil: In vielen Fällen gelingen diese Veränderungen automatisch, weil Eltern intuitiv ihre Kinder positiv begleiten und unterstützen! Hören Sie auf Ihre innere Stimme und behalten Sie sich selbst und Ihr Kind, seine Bedürfnisse und Signale gut im Blick, dann werden Sie die Übergänge Ihres Lebens gut meistern können.


Zum Mitdenken und Mitmachen

Will ich einen Fluss überqueren, braucht es bestimmte Voraussetzungen, damit dies gut gelingen kann.

Achten Sie beim Übergang Ihres Kindes in eine neue Einrichtung auch auf sich selbst und Ihre Wünsche und Gefühle! Der Übergang gelingt besonders gut, wenn auch Sie und die Geschwister das Kind mit positiven Gefühlen begleiten.


Und sonst noch

Andere Bausteine

Leben ist Veränderung – gelungene Übergänge machen stark fürs Leben
Gelingender Übergang – Was braucht das Kind
Wie kann ein Übergang gut gelingen? – Erfahrungsbericht einer Mutter

Literatur

Suess, G.: Burat-Hiemer, E.: Erziehung in Krippe, Kindergarten und Kinderzimmer. Klett-Cotta, 2009.
Boller, A.: Mein Kind kommt in den Kindergarten. Reinhardt Verlag, 2008.
Rohde, U.: Mein Kind kommt in den Kindergarten. Beltz, 2002.
Ahnert, L.: Wieviel Mutter braucht ein Kind? Bindung – Bildung – Betreuung: öffentlich und privat. Spektrum Akademischer Verlag, 2010.

Links

Der Übergang von der Familie in den Kindergarten: Unterstützung von Kindern und Eltern
Was ist wichtig für pädagogische Angebote? Übergänge zwischen Familie und Bildungseinrichtungen
Die Bewältigung von Übergängen zwischen Familie und Bildungseinrichtungen
Der Eintritt in den Kindergarten – eine bedeutsame Transition
Gestaltung von Übergängen
“Schon auf den ersten Übergang kommt es an”
Hessischer Bildungs- und Erziehungsplan

 

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