Zu Hause oder in einer Einrichtung: Wie soll mein Kind in den ersten Jahren betreut werden? 1


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Darum geht’s

Wenn für Eltern die Entscheidung ansteht, ob beide wieder arbeiten gehen oder nicht, muss natürlich auch die Frage nach der Betreuung des Kindes gestellt werden.

Manche Familien betreuen ihre Kinder in den ersten Jahren zu Hause, andere entscheiden sich schon früh, das Kind in eine Betreuungseinrichtung oder zu einer Tagesmutter zu geben.

Von allen Seiten wirken Ideologien auf Eltern ein, was besser für das Kind und seine Entwicklung ist. Auch Arbeitgeber und Verwandte wirken oft Druck auf die Eltern aus, damit sie sich für eines der beiden Modelle entscheiden.

Aber: Beide Modelle sind denkbar und können zu einer zufriedenen Familiensituation führen. Wichtig ist, genau hinzuschauen, was zu Ihnen und Ihrem Kind passt. Auch finanzielle Überlegungen müssen hier natürlich mit einbezogen werden.

Natürlich kann Ihnen keiner die Entscheidung abnehmen aber wir möchten Sie bei der Entscheidungsfindung unterstützen.


Gut zu wissen

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, kommt auf die Eltern früher oder später die Entscheidung zu, wer für eine bestimmte Zeit auf seine Arbeit verzichtet und beim Kind bleibt oder ob beide Elternteile arbeiten gehen und das Kind von Anderen betreut werden soll.

Keiner kann Ihnen diese Entscheidung abnehmen, aber es gibt einige Dinge zu überlegen.

Es ist wichtig, dass Sie eine Entscheidung treffen, die für alle Beteiligten (Mutter, Vater und das Kind) richtig und gut ist und mit der alle gut leben können. Es gibt verschiedene Fragestellungen, die dabei bedacht werden müssen.

Wenn Sie Ihre berufliche Tätigkeit für einige Zeit unterbrechen möchten:

  • Welche Ansprüche haben alle Familienmitglieder in finanzieller Hinsicht ?
  • Gibt es noch finanzielle Hilfen, die man in Anspruch nehmen kann?
  • Können alle Familienmitglieder damit leben, dass für einige Zeit vielleicht auf einige Dinge verzichtet werden muss? (Urlaub, größere Wohnung oder Haus, vielleicht etwas geringerer Lebensstandard)

Wenn Sie gerne wieder bald nach dem Mutterschutz arbeiten gehen möchten, ist es wichtig, dass Sie eine Betreuung für Ihr Kind suchen, bei der Sie ein gutes „Bauchgefühl“ haben und wo Sie Ihr Kind ohne schlechtes Gewissen lassen können. Überlegen Sie, welche Dinge für Sie bei der Betreuung Ihres Kindes wichtig sind.

  • Ist Ihr Partner bereit, auch bei der Kinderbetreuung mitzuwirken?
  • Bauen Sie sich ein Netzwerk aus Partner, Großeltern, Freunden, Geschwistern und deren Familien und Freunden auf. Diese können sehr hilfreich sein, wenn das Kind krank ist oder die Betreuung ausfällt, aber auch, wenn Sie als Elternpaar oder alleine etwas unternehmen möchten.

Wenn Sie sich für dafür entscheiden, das Kind selbst zu Hause zu betreuen, ist es von großer Bedeutung, dass Sie für sich selbst Freiräume schaffen. Das Kind kann lernen, dass man als Eltern Auszeiten braucht und es nicht rund um die Uhr im Mittelpunkt stehen kann. Auch hier ist ein Netzwerk wie o.g. hilfreich und empfehlenswert.

Lassen Sie sich nicht von anderen Menschen unter Druck setzen. Nur weil Sie vielleicht den Eindruck haben, dass heutzutage jede Mutter wieder kurz nach der Geburt arbeiten geht, müssen Sie das nicht auch so machen. Diese Entscheidung sollte jede Familie individuell treffen.

In den folgenden Videos erzählen hier zwei Mütter, warum sie sich für eine Betreuung in der Familie oder eine außerfamiliäre Betreuung entschieden haben und was dabei zu beachten ist.

  1. Warum haben Sie sich entschieden, Ihr Kind zu Hause zu betreuen/außerfamiliär betreuen zu lassen?
  2. Was ist für Sie das Wichtigste bei der Betreuung Ihres Kindes? Vor- und Nachteile der veschiedenen Betreuungsformen
  3. Welche finanziellen Hilfen haben Sie in Anspruch genommen/nehmen Sie in Anspruch? Serviceseite für Elterngeld, Betreuungsgeld und alles, was damit zusammenhängt
  4. Welche Rolle spielt bei Ihnen Ihr Partner/Ihr familiäres Umfeld/Ihre Freunde bei der Betreuung Ihres Kindes?
  5. Welche positiven/negativen Erfahrungen haben Sie bei der Betreuung Ihres Kindes gemacht?
  6. Worauf sollte man achten?


 


Zum Mitdenken und Mitmachen

Die hier vorgestellten Antworten sind subjektive Eindrücke der befragten Mütter und sollen als Orientierung dienen.
Die Entscheidung, ob und wie Sie Ihr Kind betreuen lassen möchten, können nur Sie treffen. Egal, wie Sie sich entscheiden: Das Wichtigste ist, dass es Ihnen und Ihrem Kind gut mit der Entscheidung geht – egal, was andere Menschen dazu sagen oder Ihnen raten möchten.

Vertrauen Sie auf Ihr Gefühl!


Und sonst noch

Anderer Baustein

Wie kann ich eine gute Beziehung zu meinem Baby fördern?

 Literatur

Beate Andres, Dr. Eva Hedervari-Heller und Hans-Joachim Laewen: Ohne Eltern geht es nicht: Die Eingewöhnung von Kindern in Krippen und Tagespflegestellen, Cornelsen Scriptor, 2012
Lieselotte Ahnert: Wieviel Mutter braucht ein Kind? Bindung – Bildung – Betreuung:    öffentlich und privat. Heidelberg: Spektrum 2010
Jesper Juul; Dein kompetentes Kind. Auf dem Weg zu einer neuen Wertgrundlage für die ganze Familie. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2009

Links

Frühe Tagesbetreuung
Elterngeld
Familienfinanzen
Kosten der Kinderbetreuung
Kinderbetreung – Kitagebühren
Babycenter – Kinderbetreuung – auf was muss ich achten
Familien-Wegweiser
Pro und Contra Krippenbetreuung

 


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Ein Gedanke zu “Zu Hause oder in einer Einrichtung: Wie soll mein Kind in den ersten Jahren betreut werden?

  • Ina Wittmeier

    Bei der Entscheidung könnte man den größeren historischen Zusammenhang bedenken (das Mutterbild der Rund-um-die-Uhr Mutter ist noch gar nicht so alt und hat in Deutschland eine besondere Geschichte) und den interkulturellen Kontext (in anderen Ländern wird das Thema anders diskutiert). Es könnte hilfreich sein, sich darüber zu informieren oder auszutauschen.